
Disclaimer:
Die hier erstellten Texte und Grafiken sind mittels KI generiert. Als Grundlage wurde das Transkript des Vortrags von Lissy Rinneberg-Schmidt genutzt. Folge dessen sind die folgenden Inhalte keine allumfassende Betrachtung der Themenaspekte, sondern lediglich ein Abbild dessen, was auf der Bühne des AVWS-Fachtags 2025 gesprochen wurde!
Wir bitten daher von einer Weiterverarbeitung der hier präsentierten einzelnen Inhalte abzusehen.
Von uns umfassend aufbereitete Informationen zum Thema AVWS finden Sie dagegen unter https://avws.selbsthilfe.plus.
1. Einleitung und Hintergrund
Dieser Vortrag von Lissy Rinneberg-Schmidt konzentriert sich auf das Konzept des Empowerments bei Menschen mit Auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS). Er beleuchtet, warum Empowerment in diesem Kontext besonders wichtig ist, angesichts der Schwierigkeiten und Unklarheiten in institutionellen Rahmenbedingungen (Diagnostik, Hilfsmittelversorgung, Nachteilsausgleich). Das BBW Leipzig hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Angeboten entwickelt, um Betroffene und Fachkräfte zu unterstützen und das AVWS-Bewusstsein zu stärken.
2. Definition und Bedeutung von Empowerment bei AVWS
Empowerment wird als ein Konzept beschrieben, das über das bloße „Starkmachen“ hinausgeht. Es geht darum, „Menschen in die Lage zu versetzen, selbst Entscheidungen zu treffen, für sich einzustehen, ihren Alltag zu gestalten – und zwar auch dann, wenn Hürden da sind.“
Warum bei AVWS besonders wichtig?
- Aktive Mitgestaltung statt Passivität: Das Ziel ist, dass Betroffene nicht nur passive Empfänger von Rahmenbedingungen sind, sondern diese aktiv mitgestalten können.
- Unsichtbarkeit und komplexe Rahmenbedingungen: AVWS ist nicht auf den ersten Blick sichtbar, und die institutionellen Rahmenbedingungen bezüglich Diagnostik, Hilfsmittelversorgung und Nachteilsausgleich sind oft „sehr schwierig bzw. sogar ungeklärt“.
- Betrifft komplette Lebenswelten: Empowerment bei AVWS betrifft nicht nur den pädagogischen oder privaten Bereich, sondern die „kompletten Lebenswelten“ der Betroffenen. Trotz unterschiedlicher Bedingungen bleiben die Handlungsziele gleich.
Konkrete Ausdrucksformen von Empowerment als „Ich-Botschaften“:
- „Ich weiß, was mit mir los ist.“
- „Ich habe Worte dafür.“
- „Ich kenne meine Möglichkeiten.“
- „Ich darf/kann mich entscheiden.“
- „Ich kann mich zum Thema austauschen wenn ich das möchte – ich bin nicht allein.“
- „Ich kann für mich einstehen – ich gestalte mit.“
3. Vielfalt der Angebote zur Förderung von Empowerment
Das BBW Leipzig bietet eine „Vielfalt der Angebote“ (Präsentation, S. 5), um Empowerment konkret umzusetzen. Diese sind in vier Hauptkategorien unterteilt:
3.1. Empowerment-Plattform „AVWS Selbsthilfe plus“ (avws.selbsthilfe.plus)
- Beschreibung: Ein „umfangreicher Allrounder“ und eine zentrale AVWS-Wissensquelle. Es handelt sich um eine Online-Plattform (App oder Webanwendung), die Wissen, Vernetzung und Community-Möglichkeiten bietet.
- Angebotsbereiche:Fortbildungsbereich: Aktuell zwölf große AVWS-Themengebiete (z.B. Diagnostik, Differenzialdiagnostik, Therapie, Hilfsmittel, Herausforderungen, Symptome).
- Communitybereich: Ermöglicht registrierten Nutzern das Schreiben von Beiträgen und Kommentaren in Gruppen zum Austausch.
- Zielgruppe: „Alle AVWS-Interessierten“, vorrangig Menschen mit AVWS ab 16 Jahren (in allen Bewältigungsphasen), Angehörige und Fachkräfte.
- Besonderheiten: Sehr umfangreich, ermöglicht Information im eigenen Tempo und Ablauf. Einige Themengebiete (z.B. Sozialrecht bei AVWS, Differenzialdiagnostik) wurden erstmalig mit Fokus auf AVWS zusammengetragen. Das Wissen ist bedarfsorientiert aufbereitet (z.B. aufklappbare Felder für Tiefeninformationen). Datenschutzfreundlich.
- Nutzung: Kostenfreie, datensparsame Registrierung erforderlich. Aktuell sind 286 Personen registriert.
3.2. Empowerment-Workshop „PowerUp“ für Jugendliche
- Beschreibung: Ein „jugendnah, aktivierend“ konzipiertes Ganztages-Gruppenangebot in Schulen, das Jugendlichen hilft, sich mit ihrer AVWS auseinanderzusetzen und Strategien zu entwickeln.
- Angebot: Gruppenangebot an Schulen (max. 15 Teilnehmer), nicht im BBW Leipzig vor Ort.
- Zielgruppe: „Schüler*innen mit AVWS“ ab Klasse 7 mit festgestellter AVWS und Störungsbewusstsein.
- Besonderheiten: Modularer Aufbau mit drei Modulen: „Wissens Up, Check up und Power up“, was Wissen, Erkennen und Handeln beinhaltet. Es beinhaltet Einzel- und Gruppenarbeit und einen persönlichen „AVWS-Steckbrief“ zum Mitnehmen.
- Zugang: Workshop-Anfragen per E-Mail an avws@bbw-leipzig.de. Das Team des BBW Leipzig kommt zu den Schulen. Schulungen für Lehrkräfte zur eigenständigen Durchführung sind derzeit nicht vorgesehen, aber zukünftige Entwicklungen sind möglich. Der Gruppenansatz ist förderlich, aber nicht zwingend notwendig; die Workshops können auch für inklusiv beschulte Jugendliche organisiert werden, wenn eine Gruppe zusammenkommt.
3.3. Bildkarten zum Hörverstehen
- Beschreibung: Ein „niedrigschwelliges Gesprächsanlass“ (Transkript, Pkt. 7), um „ins Gespräch zu kommen, verstehen und vermitteln Details betrachtend“ (Präsentation, S. 5). Es handelt sich um ein neues, physisches Produkt.
- Angebot: 15 Bildkarten mit herausfordernden Hör- und Kommunikationssituationen, ergänzt durch passende Textkarten mit Beschreibungen der Herausforderungen, Gründen für die Schwierigkeiten und möglichen Strategien zur Bewältigung.
- Zielgruppe: „Fachkräfte, Angehörige, Arbeitgeber, Firmen“ (Präsentation, S. 9) und Personen, die über Hörverstehen und Kommunikationsbeeinträchtigungen ins Gespräch kommen möchten.
- Besonderheiten: „methodisch vielfältig einsetzbar“ (Präsentation, S. 9) in Beratung, Unterricht, Therapie oder Informationsgesprächen. Die Karten sind bewusst allgemein gehalten („Bildkarten zum Hörverstehen“ statt spezifisch für AVWS oder Schwerhörigkeit).
- Bezug: Bestellung per E-Mail an avws@bbw-leipzig.de. Die Kosten werden voraussichtlich um die 20 € betragen.
3.4. Materialien & Medien „AVWS besser verstehen“ (Soziale Medien)
- Beschreibung: Sensibilisierung und Information von AVWS-Interessierten durch leicht zugängliche Medien.
- Angebot: Videos, Simulationen zum Hörverstehen, Broschüren, Checklisten, Social-Media-Beiträge.
- Zugang: Über die Website www.leipziger-avws-board.de und Social-Media-Kanäle (Instagram, Facebook: „avws.besserverstehen“).
- Zielgruppe: „Alle, die sich für das Thema interessieren“, mit einem Schwerpunkt auf Jugendlichen und Erwachsenen mit AVWS.
- Besonderheiten: Angebote sind an Zielgruppenbedarfen orientiert und oft „direkt aus Betroffenen-Perspektive übernommen“, basierend auf Interviews, Befragungen und Beratungsanfragen.
4. Schlussfolgerungen und Ausblick
Lissy Rinneberg-Schmidt fasst fünf zentrale Schlussfolgerungen zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung:
- Informationszugang und Sichtbarkeit verbessert: Materialien zu AVWS sind leichter zugänglich als vor 10-15 Jahren, ein „spürbarer Fortschritt“ für Fachkräfte, Betroffene und Angehörige.
- Empowerment als zentrales Element aufgewertet: Die aktive Einbindung und Stärkung von Jugendlichen und Erwachsenen mit AVWS ist entscheidend und sollte „fester Bestandteil von Begleitung und Unterstützung sein – nicht nur ein ‚Zusatzangebot‘.“.
- Noch kein „AVWS-Spirit“ in der Öffentlichkeit: Im Vergleich zu Störungsbildern wie ADHS, Autismus oder Tinnitus fehlt AVWS noch eine „deutlichere kollektive Präsenz“ in Gesellschaft und Selbstvertretung. Es gibt kaum etablierte Selbsthilfestrukturen.
- AVWS steht am Scheideweg: Die aktuelle Entwicklung ist ein Wendepunkt. Es entscheidet sich, ob die Thematik „weiter etabliert, gestärkt und gehört“ wird, oder ob sie „im gesundheitspolitischen und medizinischen Alltag eine Randnotiz“ bleibt.
- Beteiligung und Vernetzung sind Schlüssel: Eine „lebendige AVWS-Community“, getragen von Fachkräften, Betroffenen und Unterstützenden, kann Wissen verbreiten, Erfahrungen bündeln und politische Aufmerksamkeit gewinnen.
5. Appell und Call to Action
- Der Vortrag schließt mit einem klaren Appell zur weiteren Entwicklung und Sichtbarkeit:
- AVWS ist in Fachkreisen sichtbarer, aber „längst nicht genug und nicht in die Breite!“.
- „Nur Aufklärung und Information zu AVWS reicht nicht!“. Es muss „aktiver und darf auch gerne lauter in der Community von Menschen mit AVWS werden.“. Vorhandene Angebote und Strukturen (z.B. die Plattform) müssen aktiv genutzt und „mit Leben gefüllt werden“ (Transkript, Pkt. 10).
- Der sozialrechtliche und sozialpolitische Umgang mit AVWS ist „schwerfällig“, aber die Verantwortung liegt auch bei jedem Einzelnen, aktiv zu werden und nachzufragen.
- Wünschenswert wären prominente Fürsprecher („Schirmherr für die VBS Bewegung“ oder ein „VIP outet, dass er AVWS hat“, oder Hollywood wird auf das Thema aufmerksam).
- Das Abschlussbild des Vortrags ist eine starke Metapher: „Nur, wo jemand ruft – kann überhaupt ein Echo entstehen!“.
6. Fragen und Antworten aus der Diskussion
Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen, und es gab zahlreiche Fragen aus dem Publikum:
Anlaufstellen in anderen Bundesländern/Österreich: Für Jugendliche und Erwachsene mit AVWS sind dem BBW keine vergleichbaren flächendeckenden Angebote bekannt. Für jüngere Kinder gibt es mehr Angebote, oft bei „pädagogisch audiologischen Beratungsstellen“ oder unter dem Suchbegriff „Hörgeschädigte generell“. Das „Schwarmwissen“ der Community auf der AVWS Selbsthilfe plus Plattform wird zur Identifizierung weiterer Anlaufstellen ermutigt. Es wird betont, dass es wichtig ist, immer wieder nachzufragen und auf Anlaufstellen zu drängen, um das Thema präsent zu halten.
Workshop „PowerUp“: Der Workshop kann an Schulen außerhalb Leipzigs gebucht werden; das BBW-Team reist an. Eine Schulung von Lehrkräften zur selbstständigen Durchführung ist aktuell nicht vorgesehen, aber eine zukünftige Entwicklung ist möglich. Workshops für inklusiv beschulte Jugendliche sind denkbar, wenn eine Gruppe von Betroffenen zusammenkommt. Die Kosten sind „übliche Fortbildungskosten“ für zwei Fachkräfte des BBW für einen Tag, plus Materialpaket.
Empowerment im Grundschulbereich: Direkte Erfahrungen des BBW liegen hier nicht vor, aber pädagogische Fachkräfte berichten von der Wichtigkeit eines frühzeitigen Beginns des Empowerments (Was hilft mir? Wie reagiere ich? Stressvermeidung).
Bestellung der Bildkarten: Der Bezug ist noch nicht finalisiert, aber Interessensbekundungen sind per E-Mail an avws@bbw-leipzig.de möglich. Die Kosten werden voraussichtlich um die 20 € betragen.
Eine Videoübersicht, erstellt von Google NotebookLM:
Hier ist ein 8-Fragen-FAQ, das die Hauptthemen und -ideen der bereitgestellten Quellen zusammenfasst:
1. Was versteht man unter Empowerment im Kontext von AVWS und warum ist es so wichtig?
Empowerment bei Auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) bedeutet, Menschen mit AVWS zu befähigen, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen, für sich einzustehen und ihren Alltag zu gestalten, auch wenn sie auf Hindernisse stoßen. Dies ist besonders wichtig, da viele institutionelle Rahmenbedingungen bezüglich Diagnostik, Hilfsmittelversorgung oder Nachteilsausgleich bei AVWS oft unklar oder schwierig sind. Empowerment betrifft nicht nur den pädagogischen oder privaten Bereich, sondern alle Lebenswelten der Betroffenen. Es geht darum, dass Betroffene wissen, was mit ihnen los ist, Worte dafür haben, ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen, sich austauschen können und aktiv an der Gestaltung ihres Lebens teilhaben, anstatt nur passiv auf die Rahmenbedingungen zu reagieren.
2. Welche konkreten Angebote zur Unterstützung von Menschen mit AVWS und Fachkräften gibt es?
Es gibt eine Vielzahl von Angeboten, die darauf abzielen, Menschen mit AVWS und deren Umfeld zu unterstützen:
- Empowerment-Plattform „AVWS Selbsthilfe plus“: Ein umfassender Online-Allrounder, der Wissen, Ressourcen und Community-Möglichkeiten bietet. Sie beinhaltet einen Fortbildungsbereich mit 12 AVWS-Themen (z.B. Diagnostik, Therapie, Hilfsmittel, Sozialrecht) und einen Community-Bereich für Austausch und Kommentare in geschützten Gruppen. Sie richtet sich an alle AVWS-Interessierten, vorrangig an Menschen mit AVWS ab 16 Jahren, Angehörige und Fachkräfte.
- Empowerment-Workshop „PowerUp“ für Jugendliche: Ein ganztägiges Gruppenangebot, das an Schulen stattfindet. Es ist modular aufgebaut (Wissen, Erkennen, Handeln) und fördert die Auseinandersetzung mit der eigenen AVWS durch Einzel- und Gruppenarbeit. Zielgruppe sind Jugendliche mit vorliegender AVWS und Störungsbewusstsein (bis maximal 15 Personen pro Gruppe).
- Bildkarten zum Hörverstehen: Ein niedrigschwelliges Gesprächsmedium, bestehend aus 15 Bildkarten mit herausfordernden Hör- und Kommunikationssituationen und passenden Textkarten, die Herausforderungen und mögliche Strategien beschreiben. Sie sind vielfältig einsetzbar in Beratung, Unterricht, Therapie oder Informationsgesprächen und richten sich an Fachkräfte, Angehörige, Arbeitgeber und Firmen.
- Social-Media-Materialien unter „AVWS besser verstehen“: Sensibilisierungs- und Informationsmaterialien wie Videos, Simulationen zum Hörverstehen, Broschüren, Checklisten und Social-Media-Beiträge. Diese sind leicht zugänglich (z.B. über YouTube, Instagram, Facebook) und orientieren sich an den Bedarfen der Zielgruppen, wobei der Schwerpunkt auf Jugendlichen und Erwachsenen liegt. Die zentrale Basis ist das Leipziger AVWS-Board.
3. Wie kann man auf die Empowerment-Plattform „AVWS Selbsthilfe plus“ zugreifen und was sind ihre Besonderheiten?
Die „AVWS Selbsthilfe plus“ Plattform ist eine kostenfreie, datensparsame Online-Anwendung, für die eine Registrierung erforderlich ist (ab 16 Jahren). Sie ist responsive, kann also auf PCs, Tablets oder Handys genutzt werden.
Besonderheiten sind:
- Umfangreich und multidimensional: Bietet die gesamte Bandbreite an Wissen zum Themenspektrum AVWS.
- Flexibler Zugang: Nutzer können sich in ihrem eigenen Tempo informieren und an jeder beliebigen Stelle einsteigen, ohne ein vorgegebenes Curriculum.
- Einmalige Themengebiete: Manche Themengebiete, wie Sozialrecht bei AVWS oder Differenzialdiagnostik, wurden erstmalig in dieser kompakten Form mit Fokus auf AVWS zusammengetragen.
- Anpassbare Informationstiefe: Inhalte sind so aufbereitet, dass sie einen Einstieg bieten und bei Bedarf tiefergehende Informationen aufgeklappt werden können.
- Interaktive Elemente: Download-Materialien, Notizfunktionen und die Möglichkeit, Wissen zu kommentieren und regionale Anlaufstellen zu teilen, sind integriert.
4. Für wen ist der Workshop „PowerUp“ gedacht und wie kann er gebucht werden?
Der „PowerUp“ Workshop ist ein ganztägiges Gruppenangebot, das speziell für Jugendliche mit vorliegender AVWS (ab Klasse 7, max. 15 Teilnehmer) konzipiert ist. Wichtig ist, dass die Jugendlichen ein Störungsbewusstsein haben und bereit sind, sich mit ihrer AVWS auseinanderzusetzen.
Der Workshop kann von Schulen angefragt werden. Die Anfragen werden an die E-Mail-Adresse avws@bbw-leipzig.de gerichtet. Das Konzept sieht vor, dass die BBW-Leipzig-Gruppe zu den Schulen kommt und alle Materialien mitbringt. Eine Schulung von Lehrkräften zur selbstständigen Durchführung des Workshops ist derzeit noch nicht vorgesehen, aber zukünftige Entwicklungen sind möglich. Auch für inklusiv beschulte Jugendliche, die sich an einem zentralen Förderzentrum oder Ähnlichem zu einer Gruppe zusammenfinden können, ist die Teilnahme denkbar.
5. Was sind die „Bildkarten zum Hörverstehen“ und wie können sie eingesetzt werden?
Die „Bildkarten zum Hörverstehen“ sind ein neues, niedrigschwelliges Gesprächsangebot, das aus 15 illustrierten Bildkarten besteht, die typische Herausforderungen im Hörverstehen darstellen. Dazu gehören passende Textkarten, die die Situation beschreiben, erklären, warum sie schwierig ist, und Strategien oder Empfehlungen zur Bewältigung anbieten.
Sie sind besonders vielfältig einsetzbar in:
- Beratung: Als Gesprächseinstieg, um über individuelle Hörerfahrungen zu sprechen.
- Unterricht: Zur Sensibilisierung und Vermittlung von Strategien.
- Therapie: Zur Unterstützung von Kommunikationsübungen.
- Informationsgesprächen: Mit Fachkräften, Angehörigen, Arbeitgebern oder Firmen, um ein besseres Verständnis für die Problematik zu schaffen.
Die Karten richten sich an Fachkräfte, Angehörige, Arbeitgeber und Firmen. Sie sind als physisches Produkt konzipiert und können voraussichtlich über eine E-Mail-Anfrage an avws@bbw-leipzig.de bestellt werden (Kostenpunkt ca. 20 Euro).
6. Welche übergeordneten Schlussfolgerungen ziehen die Initiatoren der Angebote bezüglich der AVWS-Thematik?
Die Initiatoren ziehen mehrere wichtige Schlussfolgerungen:
- Verbesserter Informationszugang: Materialien zur Aufklärung und Sensibilisierung sind heute leichter zugänglich als früher, was einen spürbaren Fortschritt für Fachkräfte, Betroffene und Angehörige darstellt.
- Aufwertung von Empowerment: Die aktive Einbindung und Stärkung von Menschen mit AVWS ist entscheidend und sollte fester Bestandteil von Begleitung und Unterstützung sein, nicht nur ein Zusatzangebot.
- Fehlender „AVWS-Spirit“ in der Öffentlichkeit: Im Vergleich zu Störungsbildern wie ADHS oder Autismus fehlt AVWS noch eine kollektive Präsenz in der Gesellschaft und eine ausgeprägte Selbsthilfestruktur.
- AVWS am Scheideweg: Die aktuelle Entwicklung ist ein Wendepunkt; es bleibt offen, ob die Thematik weiter etabliert und gehört wird oder eine Randnotiz im gesundheitspolitischen und medizinischen Alltag bleibt.
- Beteiligung und Vernetzung als Schlüssel: Eine lebendige AVWS-Community, getragen von Fachkräften, Betroffenen und Unterstützenden, kann langfristig Wissen verbreiten, Erfahrungen bündeln und politische Aufmerksamkeit gewinnen.
7. Was muss sich zukünftig im Umgang mit AVWS ändern, um eine größere Wirkung zu erzielen?
Für eine größere Wirkung im Umgang mit AVWS sind folgende Veränderungen notwendig:
- Größere Sichtbarkeit: AVWS ist in Fachkreisen sichtbarer, aber noch lange nicht genug und nicht in der Breite der Öffentlichkeit.
- Aktivere Community: Reine Aufklärung und Information reichen nicht aus. Es muss aktiver und „lauter“ in der Community von Menschen mit AVWS werden, um vorhandene Angebote und Strukturen mit Leben zu füllen und zu nutzen.
- Umgang mit sozialrechtlichen Herausforderungen: Der sozialrechtliche und sozialpolitische Umgang mit AVWS ist schwerfällig. Es geht nicht nur um die erlebten Zustände, sondern auch um die aktive Beteiligung jeder einzelnen Person, um Veränderungen zu bewirken.
- Prominente Unterstützung: Die Initiatoren wünschen sich, dass sich prominente Persönlichkeiten mit ihrer AVWS outen oder Hollywood auf das Thema aufmerksam wird, um eine breitere Wahrnehmung zu erzielen.
- Beteiligung und Vernetzung: Eine lebendige Community ist der Schlüssel, um Wissen zu verbreiten, Erfahrungen zu bündeln und politische Aufmerksamkeit zu gewinnen.
8. Gibt es vergleichbare Angebote oder Anlaufstellen für AVWS in anderen Bundesländern oder Österreich, insbesondere für jüngere Betroffene?
Derzeit sind den Initiatoren keine vergleichbaren Arbeitsgruppen oder spezifischen Anlaufstellen für Jugendliche und Erwachsene mit AVWS in anderen Bundesländern oder Österreich bekannt, die ein ähnlich umfassendes Angebot wie die des BBW Leipzig bieten. Die vorhandenen Angebote werden daher sehr dankbar angenommen.
Für jüngere Kinder gibt es tendenziell mehr Angebote, oft bei pädagogisch-audiologischen Beratungsstellen. Es wird empfohlen, bei der Suche nach Anlaufstellen auch den allgemeinen Suchbegriff „Hörgeschädigte“ zu verwenden, da Angebote speziell für „AVWS“ selten sind, aber sich dahinter doch Unterstützungsmöglichkeiten für Hörbeeinträchtigungen verbergen können. Die AVWS-Community, insbesondere über Plattformen wie „AVWS Selbsthilfe plus“, wird ermutigt, Informationen über regionale Anlaufstellen auszutauschen, um das vorhandene „Schwarmwissen“ zu nutzen. Es wird auch dazu aufgerufen, weiterhin aktiv nach Unterstützung zu fragen und bei Ablehnung nach weiteren Empfehlungen zu suchen, um das Thema in der Gesellschaft, Medizin und im Sozialwesen präsent zu halten.
Auf der Bühne referierte:
Lissy Rinneberg-Schmidt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Forschung und Entwicklung der BBW-Leipzig-Gruppe
Expertise
- Seit 2014 Mitwirkung an bzw. Projektleitung von 3 AVWS-Projekten des BBW Leipzig
- Mitbegründerin der Plattform „avws.selbsthilfe.plus“
- Motivation zum Thema: AVWS-Bewusstsein stärken, Wissen mit Materialien und Fakten unterstützen
- Größter Wunsch im Beruflichen Kontext von AVWS: Dass sich AVWS-Betroffene als Community finden und das Thema ihrerseits voranbringen, also die Kraft der Selbsthilfe mehr nutzen und annehmen
Abstract
- Einführung Empowermentbegriff
- Vorstellung des Angebotes der avws.selbsthilfe.plus-Plattform
- Vorstellung Angebote Empowerment-Workshop für Jugendliche
- neu: Bildkarten zum Hörverstehen
- Verweis auf AVWS-Board und andere Materialien
- Bedeutung von Betroffenen-Initiativen
Hauptbotschaften
- Es gibt inzwischen Sensibilisierungsmaterialien und Informationsangebote zu AVWS – dies ist eine deutliche Verbesserung zu vor 10 Jahren.
- Aktivierung der Betroffenen ist wichtig – Empowerment als zentrale Komponente der Bewältigung und des Umgangs mit AVWS – es gibt Initiativen, aber noch keinen breiten AVWS-Spirit wie bei Autismus, ADHS oder Tinnitus.
- AVWS befindet sich an einer Weggabelung! Es kann größer voran gehen oder leise vor sich hin plätschern – hilfreich wäre eine laute Community!
Links
Glossar
- AVWS (Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung): Eine Störung, bei der die Aufnahme von akustischen Informationen über die Ohren funktioniert, aber die Weiterverarbeitung und Interpretation dieser Informationen im Gehirn beeinträchtigt ist. Dies führt zu Schwierigkeiten beim Hören und Verstehen, insbesondere in komplexen akustischen Umgebungen.
- Empowerment: Ein Prozess, bei dem Menschen befähigt werden, mehr Kontrolle über ihr eigenes Leben zu gewinnen, Entscheidungen selbst zu treffen, für sich einzustehen und ihren Alltag aktiv zu gestalten, auch unter widrigen Umständen oder bei bestehenden Hürden. Im Kontext von AVWS bedeutet es die Stärkung der Betroffenen zur Selbstbewältigung.
- Empowerment-Plattform „AVWS Selbsthilfe plus“: Eine umfangreiche Online-Anwendung, die als zentrale Wissensquelle dient und sowohl einen Fortbildungsbereich mit vielfältigen AVWS-Themen als auch einen Community-Bereich für Austausch und Vernetzung bietet. Sie richtet sich an Menschen mit AVWS, Angehörige und Fachkräfte.
- „PowerUp“-Workshop: Ein ganztägiges Gruppenangebot für Jugendliche mit AVWS, das an Schulen durchgeführt wird. Der Workshop ist modular aufgebaut (Wissen, Erkennen, Handeln) und zielt darauf ab, die Jugendlichen zur Auseinandersetzung mit ihrer AVWS zu befähigen und ihnen Strategien für den Alltag an die Hand zu geben.
- Bildkarten zum Hörverstehen: Ein neues, niedrigschwelliges Materialset, bestehend aus 15 illustrierten Bildkarten, die herausfordernde Hör- und Kommunikationssituationen darstellen, und passenden Textkarten mit Erklärungen und Strategien. Sie sollen den Gesprächseinstieg erleichtern und die Sensibilisierung für AVWS fördern.
- „AVWS. besser verstehen“: Der Name des Social-Media-Kanals und der Medienpräsenz des BBW Leipzig, unter dem verschiedene Materialien wie Videos, Simulationen, Broschüren und Checklisten bereitgestellt werden. Diese Angebote dienen der Sensibilisierung, Information und Aufklärung über AVWS, insbesondere für Jugendliche und Erwachsene.
- BBW-Leipzig-Gruppe (Berufsbildungswerk Leipzig): Eine Institution, die im Bereich der beruflichen Rehabilitation und Bildung tätig ist und in diesem Kontext auch Projekte und Angebote zum Thema AVWS entwickelt und umsetzt.
- Fachtag: Eine spezialisierte Tagung oder Konferenz, die sich einem bestimmten Fachgebiet widmet. Im vorliegenden Kontext der „8. AVWS-Fachtag“, ein Treffen zum Thema Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen.
- Nachteilsausgleich: Maßnahmen, die darauf abzielen, behinderungsbedingte Nachteile auszugleichen, um Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen (z.B. in Schule, Ausbildung, Beruf). Im Kontext von AVWS sind diese Rahmenbedingungen oft schwierig und ungeklärt.
- AVWS-Spirit: Ein im Vortrag verwendeter Begriff, der die fehlende kollektive Präsenz und das geringe Ausmaß an gesellschaftlicher Wahrnehmung und Selbstvertretung von Menschen mit AVWS beschreibt, im Vergleich zu anderen Störungsbildern wie ADHS oder Autismus.
- Schwarmwissen: Die kollektive Intelligenz oder das gebündelte Wissen einer Gruppe von Menschen, das durch Austausch und Vernetzung geteilt und genutzt werden kann, um Fragen zu beantworten oder Lösungen zu finden.